My Fertility Matters – sexualpädagogisches Präventionsprojekt 6 JGST

MFM – Reise durch den Körper
Zyklusshow und Agentenspiel

Was passiert im Körper mit Beginn der Geschlechtsreife? Ein sensibles Thema, das zwei Workshops für Kinder einzigartig aufgreifen. Ziel ist die Wertschätzung dessen, was im eigenen Körper vorgeht. Denn: Nur was ich schätze, kann ich schützen.

Am 25. Oktober fanden für die 6 JGST erstmals durch Zusammenarbeit der Biofachschaft, SPUR und Elternbeirat  die  erfolgreichen MFM-Workshops statt.
Dank gemeinsamer Finanzierung durch Elternbeirat und Förderverein konnte allen Kindern eine Teilnahme ermöglicht werden.   Das MFM-Programm wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Es gilt als „best-practice-Projekt“ in der EU. In der groß angelegten europäischen Studie „Zukunft mit Kindern“ wird das MFM-Programm als „vorbildliches sexualpädagogisches Präventionsprojekt“ ausdrücklich empfohlen.

Begleitend wurde den Erziehungsberechtigten der 5. und 6. JGST (*) am 23. Oktober vorab ein einführender Elternvortrag geboten, um mit Ihren Kindern in der selben wertschätzenden Sprache über das Gelernte reden zu können. Als Referentin durften wir Frau Dr. Raith-Paula begrüßen, die als Initiatorin des MFM-Programms bereits mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde.

  • (* Der Elternvortrag wird nur alle 2 Jahre angeboten)

Die weibliche Fruchtbarkeit ist eigentlich etwas Faszinierendes. Da reift jeden Monat eine Eizelle heran, wird beim Eisprung behutsam vom Eileiter aufgenommen, begegnet dort vielleicht einer Spermie, wird befruchtet und nistet sich in der luxuriös ausgestatteten Gebärmutterschleimhaut ein. Oder sie wird nicht befruchtet und die ganzen Vorbereitungen, die trotzdem ablaufen, weil der Körper es sich – ähnlich wie die Natur – leisten kann, werden nun wieder aufgeräumt, und das Ganze geht von vorne los, etwa 400x im Leben einer Frau!

Frauen und Mädchen sollten stolz auf diese faszinierenden Vorgänge in ihrem Körper sein, findet Dr. Elisabeth Raith-Paula. Um Mädchen dabei zu helfen, hat die Ärztin 1999 den standardisierten Workshop „Die Zyklusshow“ entwickelt. 2003 kam auch der Jungenworkshop: „Agenten auf dem Weg“ hinzu. Seither gehen zertifizierte weibliche und männliche Referenten in ganz Deutschland in die 5. und 6. Klassen und begeistern Mädchen und Jungen von ihrem Körper!

Wertschätzung als Grundprävention

Meist stehen, wenn die Pubertät und damit die Geschlechtsreife beginnt, die Gefahren, die auf die Heranwachsenden zukommen, im Vordergrund,  wie z. B. eine ungeplante Schwangerschaft. Schule, Eltern und Gesellschaft – alle wollen die Kinder davor schützen.
Aber: schützen alleine genügt nicht! Denn – so der Leitgedanke des MFM-Programms,
„Nur was ich schätze, kann ich schützen!“
Die Wertschätzung des eigenen Körpers ist die Grundvoraussetzung, auf der alles andere aufbaut. Die Mädchen und Jungen erleben ihren Körper als wertvoll, sie spüren, „was in mir vorgeht, ist der Rede wert“. So werden sie – und das ist die Hypothese, mit der das MFM-Programm schon 15 Jahre erfolgreich unterwegs ist – selbstverständlich und von sich aus verantwortlich mit ihrem Körper, mit Sexualität und Fruchtbarkeit umgehen.

Was ist das Besondere an den MFM-Workshops?

Da ist zum einen die positive Sprache. Es wird sehr viel Wert gelegt auf die korrekten Fachbegriffe und aktuelles biologisches Faktenwissen.  Dieses wird jedoch verknüpft mit altersgerechten, emotional positiv besetzten Symbolen, Metaphern und Vergleichen, die das Herz berühren und zum Staunen anregen. So gibt es z.B. unter den Hormonen die  „Östrogenfreundinnen“, die weiblichen Geschlechtsorgane sind „die Bühne des Lebens“ und der Zervixschleim, der oft den scheußlichen Namen „Ausfluss“ hat, ist der „Zaubertrank“.  Die Spermien sind die Agenten und der Nebenhoden ist deren Ausbildungscamp.

Gleiche Sprache für Kinder und Eltern

Den Workshops für die Kinder geht in der Regel immer ein Vortrag für die Eltern voraus, in dem auch sie über die Workshopinhalte informiert und in das faszinierende Geschehen im Körper von Frau und Mann mit hineingenommen werden. Das MFM-Programm möchte die Eltern explizit mit ins Boot holen, sie in ihrem Erziehungsauftrag stärken und Nachhaltigkeit bewirken. Nach dem Vortrag haben Sie das gleiche Wissen und sprechen dieselbe Sprache, dadurch wird eine gemeinsame Kommunikationsebene geschaffen, die einen ungezwungenen Austausch in der Familie erleichtert. Auch die Eltern gehen zufrieden, begeistert und mit neuem Wissen nach Hause!

Bildrechte: MFM Deutschland e.V.